Nach einem Jahr

Zum Jahrestag des Deutschlandbesuchs bat ich die Eingeladenen um einen kurzen Text mit
Erinnerungen an die Reise.
Sie haben geschrieben und ich muss daran denken, dass manche von unseren Mitgliedern der
Einladung zunächst skeptisch gegenüber standen. Die Texte zeigen, wieviel diese Reise den
Schüler:innen bedeutet hat. Sie sollten eine Ermunterung zum weiteren Austausch sein.


Fatou
Es ist nun ein Jahr her, dass ich in Deutschland war. Es ist eine Reise, an die ich mich an jedem
Tag für den Rest meines Lebens erinnern werde.
Dieses Jahr ist das ödeste wegen der andauernden Corona Krise. Ich frage mich, wie meine
Freunde in Deutschland damit fertig werden. Obwohl es die Einschränkungen hier auch gibt,
nehmen die Menschen sie doch nicht so genau wie in Deutschland. Die Covid19 Pandemie hat
soviel negative Folgen für unsere Bildungsprogramme. Um das Virus an der weiteren Verbreitung
zu hindern wurden alle Schulen bis auf weiteres geschlossen.
Es ist nun ein Jahr her, dass ich meine Freunde traf und sie fehlen mir sehr. Ich denke daran, wie
sie uns mit ihren Talenten unterhielten, Es waren so freudvolle Momente. Ich vermisse alle die
Dinge, die ich dort erlebte. Ich habe so vieles gesehen, was ich niemals erwartet hätte und was mir
einen anderen Status in unserer Gesellschaft gegeben hat.
Aller Dank geht an den Bürgermeister von Kelsterbach, Herrn Manfred Okel und den von
Raunheim,Herrn Thomas Juehe und alle Vereinsmitglieder, die diese Reise möglich gemacht und
an ihrem Erfolg mitgewirkt haben.
Die Erinnerung an die Orte, die wir gesehen und die verschiedenen Menschen, die wir getroffen
haben bedeutet eine großartige Entwicklung in unserem Leben. Es ist wirklich eine Reise, die es
verdient, erinnert zu werden.

 


Genilson
Was ich nach meiner Deutschlandreise empfinde
Vom 11. September an bis heute bin ich zwar derselbe geblieben aber doch mit einigen
Veränderungen. Am glücklichsten bin ich darüber, dass ich jetzt vieles anders sehe.
Ich dachte vorher, dass die verschiedenen Kulturen, aus denen die Leute in Deutschland kommen,
ihre Interaktionen (negativ) beeinflussen würden, aber das ist nicht der Fall. Ob schwarz, weiß
oder braun, alle leben glücklich zusammen.
Ich habe auch gelernt, dass Bildung über allem steht. Vorher dachte ich, Bildung spiele keine
große Rolle, weil hier in Gambia die Regel ist: Wen du kennst, nicht was was du weißt, ist
entscheidend.
Aber was ich dort gesehen und erlebt habe, hat mir gezeigt, wie wichtig Bildung ist.
In unserer Gesellschaft sehen uns die Leute nun als weit gereiste und erfahrene Schüler, die
Bildungsstätten besucht haben und mit verschiedenen Normen und Kulturen in Berührung
gekommen sind.
Ich möchte mich bei allen Vereinsmitgliedern und allen denen, die zum Erfolg dieser Reise
beigetragen haben, bedanken.

 


Rohey
Meine Reise nach Deutschland
Ich hatte so viele Vorstellungen von Europa, dass sie dort nicht freundlich sind, und uns nicht gut
aufnehmen werden, aber nach der Reise war mir klar, dass das nicht stimmt. Das fand ich durch
meine Reise heraus. Ich war glücklich, denn jetzt konnte ich den anderen bei uns erzählen, dass
sie unrecht haben.
Meine zweite Vorstellung war, dass jeder in Deutschland reich ist und einen Platz zum Schlafen
hat.
Aber das war nicht, was wir gesehen haben. Es gibt dort reiche Leute aber es gibt auch Arme, die
nicht mal einen Platz zum Schlafen haben, tatsächlich müssen sie um ihren Lebensunterhalt
betteln und das war für uns wirklich erstaunlich.
Mit dieser Erfahrung kann ich meine Freunde überzeugen, dass ihr Vorstellungen ganz und gar
falsch sind. Heute geben uns unsere Landsleute einen anderen Status wegen unserer
Erfahrungen.
Meine Grüße an alle, die diese Reise möglich gemacht haben
Ich danke euch allen

 


Muhammad
Mein Status nach der Deutschlandreise
Bevor ich weiter schreibe, will ich mich bei allen bedanken, die dies möglich machten, nicht zuletzt
bei Alfred und Petra, die uns in Raunheim betreuten und bei den beiden Bürgermeistern Thomas
und Manfred. Meine bescheidenen Grüße an an die Mitglieder des Vereins und die Lehrer:innen
an den Schulen.
Und es war eine große Freude und ein Glück, dass ich auf der Reise so viel lernen konnte.
Darunter die Unterschiede zwischen Deutschland und Gambia in wirtschaftlicher, sozialer und
politischer Hinsicht.
Ich erinnere mich noch an den Geschmack des deutschen Essens und an die Freunde, die ich in
der Anne-Frank Schule, der Conrad- und der Nord Schule getroffen habe.
Das größte Erlebnis war das Museum (Senckenberg) für mich, ich werde es nie vergessen. Ich
gebe damit bei meinen Freunden an und sie hören mir zu, als ob ich eine Vorlesung halte.
Es war eine großartige Erfahrung, als ich zum Beispiel in das Flugzeug und in den Zug stieg, das
erste mal, dass ich in so riesige Maschinen stieg. Das ist ein Thema, dass ich auch auf (Social
Media) Plattformen teile.
Alles dies wurde durch die Anstrengungen des Fördervereins möglich. Wir wissen das wirklich zu
schätzen und danken euch allen.


Nachwort:
Vielleicht wäre es gut, wenn einige von uns auch einen Text verfassen würden, auf deutsch oder
englisch, den wir dann den Beteiligten in Sukuta zu lesen geben könnten.

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