Bericht Dezember 2020

Als ich Ende November nach Sukuta zurück kam, war die Schule nach dem Corona lock-down gerade wieder zwei Wochen eröffnet.
Laut Vorgaben des Ministeriums läuft der Unterricht in zwei Schichten um den Abstand in den überfüllten Klassen möglich zu machen. Es besteht theoretisch auch eine Maskenpflicht, da aber die Fallzahlen im Lande sehr niedrig sind, hält sich fast niemand daran. (0 bis höchsten 22 Infizierte pro Tag, keine Toten).

Der Schichtunterricht bedeutet, dass die Klassen geteilt werden und abwechselnd vormittags und nachmittags unterrichtet wird. Für die Lehrer bedeutet es, dass sie von halb acht bis viertel nach sechs Uhr abends in der Schule sein müssen. Ein langer Tag! Dafür bekommen sie 50% mehr auf das Grundgehalt plus eine Zulage von 1000D. (18€). Ein großer finanzieller Aufwand, der ja irgendwoher kommen muss.

Ein sehr positiver Nebeneffekt dieser Regelung ist es, dass die Lehrer nun merken, wie angenehm und effektiv der Unterricht in kleinen Klassen (22 bis 35 Kinder) sein kann. In einer Gesamtkonferenz am letzten Sonntag war eine überwältigende Mehrheit für die Fortsetzung des Schichtunterrichts auch nach Corona trotz der langen Arbeitszeiten. Es liegt nun an dem gambischen Board und dem deutschen Förderverein die Möglichkeiten der Finanzierung auszuloten.

Wir hatten allerdings ohnehin vor, die Klassenstärken zu reduzieren. In der Vorschule ist das auch geschehen. In den letzten drei Jahren haben wir nur 25 Kinder aufgenommen. In der Grundschule wollten wir ab nächstem Jahr dann höchstens 35 haben. Das würde dann auch teurer werden, weil das Schulgeld um ein Viertel weniger würde. Im neuen Schuljahr 2021/22 werden wir wohl um eine Erhöhung des Schulgeldes nicht herumkommen.

Etwas Statistik:
565 Schüler*innen
Vorschule: 77 Schüler*innen, 39 Jungen, 38 Mädchen
Grundschule: 339 Schüler*innen, 173 Jungen, 166 Mädchen
Oberstufe: 149 Schüler*innen, 58 Jungen, 91 Mädchen

31 Angestellte
3 Lehrerinnen, 16 Lehrer
Schulleiter, Sekretärin, Buchhalterin, Bibliothekarin, Computerlehrer
Hausmeister, Fahrer, drei Reinigungskräfte, zwei Nachtwächter

Fachräume und Ausstattung
Computerraum, Lehrküche, Bücherei, Lehrerzimmer, Schulleiterbüro
Buchhalterbüro, Lagerraum, zwei Toilettentrakte, zwei Wassertanks, Solaranlage,
Schulauto, Verkaufsstände für Essensverkauf und Schulmaterial, Abfallcontainer,
Haus des Schulleiters

Auf der Gesamtkonferenz am Sonntag wurde mir klar, wie sehr sich das Kollegium verändert hat. Besonders die jungen Lehrer der Oberstufe sind selbstbewusst, gut informiert und willens, die Probleme mit persönlichem Einsatz anzupacken. Drei Stunden ohne Pause wurde sehr offen und auch kontrovers diskutiert. Hier wurde um Inhalte gestritten und nicht wie sonst so oft nur um Bezahlung. Vier Mitglieder des hiesigen Boards waren anwesend. Am Ende ging so etwas wie ein Aufatmen durch die Versammlung mit der Meinung, dass dies eine gute Versammlung war und dass man sie einmal im Trimester abhalten soll.

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