Berichte

Basketball in der Schule - eine Einführung

Afrika gehörte nicht in meine Top-10-Reiselandliste, aber als Gerhard Schmidt mir von seiner geplanten Reise und der 25-Jahr-Feier erzählte, habe ich mich spontan entschlossen mitzufahren. Ich kannte Gambia (korrekterweise „The Gambia“) von vielen Erzählungen, die Gerhard (damals Abteilungsleiter) während unserer Zusammenarbeit für den Berliner SC-Basketball und Verband Deutscher Basketball Trainer (vdbt) immer wieder mal zum Besten gab.

Leider konnte Gerhard aus gesundheitlichen Gründen doch nicht an der Reise teilnehmen, hat aber wieder an diversen Strippen gezogen und (Basketball-)Spenden organisiert. An der Stelle möchte ich mich sowohl bei Gerhard, aber vor allem beim Berliner Basketball Verband und dem Berliner SC – Basketballabteilung für die Sachspenden (Bälle, Trikots, Trainingsmaterialien) bedanken.

Auch die Teilnahme des BSC-Sportwarts Andreas musste aus privaten Gründen abgesagt werden, somit wurde ich zur Basketball-Repräsentantin der Berliner/Frankfurter-Reisegruppe.

Marina hatte zum Kennenlernen der Lehrer eine Strandparty organisiert. Diese fand vor dem offiziellen Schulfest statt. Dort hatten wir Gelegenheit einige Lehrer besser kennenzulernen. Ich kam ins Gespräch mit dem Assistant Teacher Dawda Cham, der den nicht offiziellen „Sportlerlehrer“ unterstützt. Es gibt genaugenommen keinen richtigen Sportunterricht. Wenn Sport stattfindet, dann in Form von Fußball. Aber angesichts dessen, was in den 25 Jahren aufgebaut wurde, kann man das ein wenig vernachlässigen. Es ist einfach unglaublich beeindruckend!

Auf dem Schulfest wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht. Dawda wurde gebeten ca. 20 Jungs und Mädchen zu einem Training einzuladen. Trotz der Ferien waren tatsächlich 15 trainingswillige Jungs auf dem Schulhof. Auch jüngere Kinder tummelten sich auf dem Schulhof, sowie Frauen und Männer. Aufgrund eines Missverständnisses hatte Dawda es versäumt Mädchen für das Training einzuladen, was sehr schade war.

Zukünftig soll auf dem Schulgelände ein Basketballfeld entstehen, doch bis es soweit ist, hatten wir folgende Voraussetzungen für das Training: Der Boden war uneben und teilweise sandig. Da wir auf dem Schulhof standen, gab es auch nicht wirklich einen schattigen Bereich. Die Hitze war um zehn Uhr schon erheblich spürbar.

Doch wir ließen uns nicht abschrecken. Wir suchten uns einen Bereich, der relativ eben und weniger sandig war, steckten ein Ecken mit Stangen ab, zogen die Feldlinien im Sand mit Wasser und planten mehrere Trinkpausen gegen die Hitze ein. Als Körbe haben wir zwei Eimer organisiert, die jeweils am Ende des Feldes aufgestellt wurden. Ich hatte ein Trainingsplan aufgestellt und musste im Vorfeld die Übungen auf die Umsetzbarkeit auf dem Feld testen. Gesagt, getan und es klappte ganz gut. Unterstützt wurde ich von Klaus-Dieter „Adam“ Adamaschek (Sportlehrer a.D.), seiner Frau Anne und von Fahriye Akdemir, die immer gewissenhaft die Markierungen wegen der Hitze mit Wasser nachzog. Danke euch allen.

Nach einer kurzen Vorstellrunde erfuhr ich, dass bislang keines der Kinder Basketball gespielt hatte. Ich machte eine kurze Einführung und anschließend sollten sich die Kinder mit dem Spiel „Paarzeck“ warm machen. Da die Kinder dieses Spiel noch nie gespielt hatten, gab es anfangs Verständnisprobleme. Als ich mich dann für Demozwecke als Fänger zur Verfügung stellt, waren alle Unklarheiten schnell behoben und auch das Eis zwischen der Gruppe und mir gebrochen.

Wir machten anschließend Dribbel- und Paßübungen, gefolgt von einem kleinen Paßwettkampf. Den Abschluß des Trainings bildete ein kleines Turnier. Es wurden drei Teams gebildet und die Teams durften sich selber Teamnamen geben. Es entstanden folgende Teams: Wannsee BC, Youngsters und Blue Stars, die gegeneinander antreten mussten. Als dann die Teams auch noch zur Kenntlichmachung Trikots/Shits bekamen, hatte man das Gefühl, dass jedes Kind aus Stolz um ein paar Zentimeter gewachsen ist.

Den ersten Platz haben die Wannsee BC’s gemacht, die Youngsters wurden Zweiter und auf den dritten Platz kamen die Blue Stars.

Wieder einmal hat man gesehen, dass der Sport eine internationale Sprache ist und sich jeder damit verständigen kann. Toll fand ich auch (das wurde mir nach dem Training von einigen Gruppenmitgliedern erzählt), dass einige Mädchen beim Training zugeguckt haben und während des Trainings versucht haben, die Übungen nachzumachen.

Ich hoffe, dass ich wenigstens ein wenig das Interesse für diese Sportart wecken konnte und würde es super finden, wenn die Kinder – vor allem die Mädchen – den Weg zum Basketball finden könnten.

Der Gambianer würde an der Stelle sagen: „No Problem!“

Suna

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