Alles vorbei

Ihr Lieben, es ist geschafft, der Diktator ist ohne Blutvergießen gestern Nacht zurückgetreten. Die Sandsäcke werden abgebaut, das Militär geht in die Kasernen zurück und der gewählte Präsident Adama Barrow wird aus Dakar erwartet. Langsam kehrt das Leben auf die Straßen zurück und Geschäfte öffnen wieder. Zuversicht und Vertrauen in eine demokratische, freie Zukunft herrschen vor. Großes Durchatmen!
Marina

Zur politischen Lage: Wieder Demokratie in Gambia

Im Dezember 2016 hatte die Opposition die Präsidentschaftswahlen gewonnen und Yahya Jammeh war nach 22 Jahren Allein- und Willkürherrschaft eindrucksvoll abgewählt worden. Er hatte zunächst seine Niederlage eingestanden und dem neuen Präsidenten bei der Übergabe der Macht seine Unterstützung zugesagt, dann aber wieder widerrufen und es hatte eine zeitlang den Anschein, dass seine Herrschaft weitergehen könnte. Dann taten sich die ECOWAS Staaten zusammen und machten dem alten Präsidenten unmissverständlich klar, dass seine Zeit zu Ende sei und der inzwischen im Senegal vereidigte neue Präsident Adama Barrow der rechtmäßige Präsident Gambias sei.

Am 21. Januar hat Jammeh mit angeblich 11 Millionen US-Dollar aus der Staatskasse im Gepäck (so der Sprecher der neuen Regierung Barrow) das Land in Richtung Äquartorialguinea endgültig verlassen.

Der Amtsantritt von Barrow wird von der großen Hoffnung begleitet, dass Gambia wieder ein demokratisches Land wird, in dem die Achtung der Würde des Menschen beachtet wird und alle anderen Menschenrechte wieder zur Leitlinie des politischen Handelns werden.

Liebe Marina, lieber Sambou, lieber Alpha,
das ist die schönste politische Nachricht seit langem. Der lange Atem hat sich gelohnt. Das kluge Vorgehen der Eccowa Staaten hat ein Blutvergießen verhindert. Mit diesem Sieg der Demokratie hat Gambia Geschichte geschrieben und wird Vorbild sein für weitere afrikanische Staaten. Und, das möchte ich ausdrücklich sagen, Du, Sambou, Alpha, Gudrun und alle Menschen die in Gambia selbstlos und ehrenamtlich arbeiten, haben einen Anteil daran. Bildung und vor allem eine solide Schulbildung ist das Fundament für dauerhaften Frieden und Wohlstand überall in der Welt.
Mit dem Präsidenten Adama Barrow kann nun eine neue Entwicklung beginnen und vielleicht ist der Wechsel auch Motivation genug für viele Geflüchtete, nach Gambia zurückzukehren. Wir erwarten von den neuen Regierung keine Wunder und sie wird Zeit brauchen um Vertrauen in die Politik wieder aufzubauen. Aber allein die Tatsache, dass es keine geheime Polizei mehr geben wird und die Menschen frei ihre Meinung äußern dürfen und werden, ist für uns alle Ermutigung und Auftrag zugleich, diese Entwicklung mit unserem kleinen Projekt weiter zu begleiten und zu unterstützen.
Viele Liebe Grüße an Euch alle nach Gambia.
Alfred
 
 
 
 

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