Aisha und Bassirou, Schülerin und Schüler eines Gymnasiums, drehen einen kurzen Film in unserer Schule. Der soll zum großen Sommerfest am 6. Juni 2026 in der Conradschule gezeigt werden. Der Film soll Einblick in unseren Alltag hier in Sukuta geben.

Heute hat Aisha dafür einen ehemaligen Schüler interviewt. Dawda ist Eletroingenieur und arbeitet für eine Firma, die dabei ist, ein großes Gebiet im ländlichen Raum Gambias zu elektrifizieren. Er hat eine leitende Position.

Aisha und Dawda beim Interview auf dem Schulhof

Bevor das Filmteam ankam, hatte ich Gelegenheit, mich mit ihm über die Zukunft Gambias und wie er sie sieht, auszutauschen. Er erklärte mir, dass im Moment von jedem Dalasi, der für Elektrizität bezahlt wird, 30 Butut an die Regierung geht. Das hemme die Entwicklung der Elektrifizierung in Gambia. Der Ausbau sei aber enorm wichtig. Zurzeit beziehe das Land seine Energie aus dem Senegal und aus Guinea. Das sei viel zu teuer. Es bestehe die Möglichkeit, große Solarfelder anzulegen. Da läge die Zukunft.

Ich kenne Dawda noch aus seiner Grundschulzeit.

Einmal habe ich seine Mutter besucht. Es war eine arme Familie. Dawda hatte gerade sein Zeugnis bekommen und war Klassenbester geworden. Damals sagte die Mutter: Dafür werde ich auf den Markt gehen und ein ganzes Kilo Rindfleisch für ein gutes Domoda kaufen. Domoda ist ein Gericht mit Erdnusssauce, das nicht immer Fleisch enthält.

Jetzt kann die Familie wohl öfter Domoda mit Fleisch essen.