Corona in Gambia - Die aktuelle Lage Ende Mai 2020

Der Ausnahmezustand wurde um 21 Tage verlängert und gilt nun bis 10.6.2020
Es gibt 25 bestätigte Infektionen und einen Toten.

Die Schulen bleiben geschlossen.
Restaurants, Hotels, Flughafen, religiöse Stätten und regionale Großmärkte auch.
Private Feiern sind verboten.
Die Grenzen zum Senegal sind geschlossen, aber porös.
Die Märkte sind offen, aber zeitlich begrenzt.

Es wird überall Aufklärung betrieben,
im Radio, im Fernsehen, auf Plakaten, in den Zeitungen. Dennoch glaubt ein großer Teil der Bevölkerung nicht, dass es Corona überhaupt gibt. Zum Beispiel kam gestern ein Soldat, der nebenan das Haus des Sicherheitsberaters der Regierung bewachen soll, auf unseren Hof und begrüßte meinen Watchman und seinen Freund mit Handschlag. Auf meine Frage, warum er sich nicht an die Anweisungen der Regierung halte, kam diese Antwort: „Here is Gambia. We dont believe in these things.“ Ein Soldat, der auf die Einhaltung der Maßnahmen achten müsste, sagt das. Man kann nur hoffen, dass aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen, der Virus das Land einigermaßen verschont.

Was geschieht mit den Aufbauhilfen?
Die Regierung hat viel Geld aus dem Ausland bekommen. Auch wurde ein zeitlich begrenzter Aufschub bei der Rückzahlung der Schulden gewährt.
Es wurde vor etwa vier Wochen verkündet, das 84% aller gambischen Haushalte Reis, Öl, Zucker und Seife bekommen sollten. Bisher ist davon in unserer Gegend noch nichts angekommen. Weiter flussaufwärts hat es wohl Lieferungen gegeben, aber wie verteilt wurde, ist unklar. So eine logistische Leistung ist wahrscheinlich nirgends einfach und müsste vom Militär begleitet werden.
Jeden Tag stehen Organisationen und Privatleute in der Zeitung, die Reis oder Geld oder Plastiktonnen zum Händewaschen verteilen. An wen genau und nach welchen Gesichtspunkten verteilt wird, steht nicht dabei.
Viel Geld in der Regierungskasse ist immer auch ein erhöhter Anreiz für Korruption. Manches kommt ans Tageslicht, manches nicht. Diese Regierung hat es noch nicht geschafft, das Thema ernsthaft anzugehen. Ein Lichtblick ist vielleicht, dass Parlament und Medien aufmerksam sind und wirklich Meinungsfreiheit existiert.

Viele Menschen haben kein Einkommen mehr.
Viele Menschen, vor allem im Gastgewerbe, im Handel und im Transport haben ihre Einnahmen verloren. Es gibt Engpässe. Noch können wir als Sukuta-Wannsee-Schule unsere Lehrkräfte und Angestellten bezahlen. Viele Privatschulen können es nicht mehr, weil kein Schulgeld reinkommt.
Das macht uns auch Sorgen. Wenn das Schulgeld fehlt, führt das zu Engpässen bei der Bezahlung von Löhnen und Gehältern. Auch wir werden es bald merken.

Wie ist die politische Lage?
Die Stimmung im Lande ist depressiv. Präsident Barrow wird schon seit längerem wegen seines Regierungsstils kritisiert. Nach drei Jahren Regierungszeit und einer gründlichen Bilanzierung sollten Neuwahlen stattfinden. Jetzt will der Präsident doch 5 Jahre im Amt bleiben. Die Touristen bleiben wegen der Coronakrise weg. Es bleibt zu hoffen, dass die Krise bald überwunden wird und die Lebenssituationen sich wieder normalisieren.

Marina Jarra. Mai 2020

 

 

Karte Sukuta

Über Gambia

Gambia liegt in Westafrika. Es ist das kleinste Land auf dem Kontinent und erstreckt sich im Wesentlichen von der Atlantikküste ostwärts entlang des gleichnamigen Flusses Gambia.

Mit Ausnahme eines kurzen Küstenabschnittes an der Mündung des Flusses in den Atlantischen Ozean wird Gambia vollständig vom Staat Senegal umschlossen. Mit einer Fläche von ungefähr 11.000 Quadratkilometern ist das Land der kleinste Flächenstaat des Kontinentes.

Gambia hat ungefähr 1,8 Millionen Einwohner. Englisch blieb nach der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich 1965 offizielle Amtssprache. Der meiste Schriftverkehr wird auf Englisch abgewickelt. In der Küstenregion kann man davon ausgehen, dass man sich immer gut auf Englisch verständigen kann.
Selbst im dörflichen Hinterland wird man immer jemanden finden, der englische Sprachkenntnisse hat.

 

Schulwappen

Warum fördern wir Kinder in Gambia/Westafrika?

Sukuta ist ein Bauern- und Fischerdorf. Die Menschen dort sprechen Woloff, Mandinka und andere afrikanische Stammessprachen, aber kein Englisch. In den Schulen findet der Unterricht jedoch ausschließlich in englischer Sprache statt. Wir sorgen seit 1989 dafür, dass die Kinder in unserer Vorschule durch den Erwerb der englischen Sprache gut auf die Schule vorbereitet werden.

Im 1995 fertig gestellten eigenen Schulhaus wurden bis 2006 jährlich etwa 90 Kinder in drei Vorklassen unterrichtet. Aufgrund der schlechten Perspektiven an den staatlichen Grundschulen ergänzt der Verein die Vorschule durch den Aufbau einer Grundschule.

Fahnen

Im September 2012 haben wir dieses Ziel, den Aufbau der sechsklassigen Grundschule, erreicht - eine große Herausforderung für unseren kleinen Verein. Die LehrerInnen der Grundschule werden von dem Schulgeld, welches das Schulkomitee verwaltet, bezahlt. 2015 wurde in Zusammenarbeit mit dem inzwischen gegründetem Elternverein der Aufbau der Upper-Basic (Klasse 7 bis 9) abgeschlossen.

 

 

 

Sukuta 2011 Schulhof

Warum wir Ihre Unterstützung brauchen:

  • Von Beiträgen und Spenden - die steuerlich absetzbar sind - bezahlen wir die Gehälter der VorschullehrerInnen, des Schulleiters, der Köchinnen, des Hausmeisters und des Nachtwächters.
  • Wir unterstützen Fortbildungen der MitarbeiterInnen und sorgen für Vertretungen bei Krankheit.
  • Mit den stetig steigenden Schülerzahlen erhöhen sich die Kosten für die Schulspeisung.
    Wir wünschen uns für die Kinder auch in Zukunft eine warme Mahlzeit.
  • Die Ausstattung mit Büchern und Arbeitsmaterial soll weiterhin gewährleistet sein.
  • Alle diese Aufgaben können wir mit der derzeitigen Mitgliederzahl von etwa 160 nur unzureichend erfüllen. Deshalb brauchen wir Sie.

 

 

Sukuta 2011 Kinderkreis

Was können Sie tun?

Werden Sie Mitglied oder spenden Sie!
Sie helfen, den Fortgang des Projektes zu sichern.

Unsere Arbeit für den Verein ist ehrenamtlich.
Spenden und Mitgliedsbeiträge können steuerlich abgesetzt werden.

Vereinskonto:
Förderverein (FV) Sukuta-Wannsee e.V.
IBAN: DE37100700240169234200
BIC DEUT DE DBBER
Institut: Deutsche Bank

 

Übrigens: Gegründet wurde der Förderverein Sukuta-Wansee e.V. im Jahre 1989 von Lehrerinnen der Conrad-Grundschule in Berlin-Wannsee.

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